Und zum Abschied dann, wie immer
über den Sankt-Lorenz-Friedhof,
hinter dem Hauptbahnhof.

Nur kurz verweilen in dieser Oase der Abschiede, zwischen den alten Gräbern derer, die in Lübeck bleiben mussten, bis zum letzten Atemzug:
Senats-, Industrie-, Konditoren-, Marzipanfabrik- und auch Schiffs-Kapitäne, die hier auf dem Humus hunderter Pesttoten ruhen.
Wie auch vereinzelten Seemannsgräber, sind es nur wenige gebürtige Lübecker.

Die echten Lübecker, so scheint es, kommen in der Mehrzahl nur zu Besuch.

Wer hier aufgewachsen, den zieht es häufig in die Ferne.
Wegen der beengten Verhältnisse, wie Thomas Mann mal anmerkte.

Aber so wichtig es ist, zu gehen, umso schöner ist es dann,
hin und wieder, nach Lübeck zurückzukehren.
Um dann auch wieder Abschied nehmen zu dürfen,
von den Gräbern, die bleiben müssen.



Anthologie von 12 Essays zu Lübecker Seelenorte in der Anthologie

TOPOGRAPHY DER SEELE


Captain´s Grave – Track und Video von VOL714

aus der LP TOPOGRAPHYS

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