Vor Venedig liegt Mestre, ein hässlicher norditalienischer Hafen und Industriekomplex. Wenn jedoch die Ponte sulla Laguna hinter mir liegt, beginnt das versprochener Klischee.


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Die Verliebten, die Gondoliere, die Dichtung, das Gelato – es gibt nur wenige Klischees, die wahr sind, aber hier in Venedig kann man sie leibhaftig sehen, anfassen und auch schmecken. Eine Stadt, die wohl von allen anderen Städten die größte Bürde einer universellen Postkartenidylle trägt.

Am sinnvollsten ist es, diese merkwürdige Stadt auf ihren Wasserwegen zu inspizieren, mit ihr auf Tuchfühlung zu gehen. Die Wassertaxis fahren oft und zahlreich, ein Ticket kostet nicht mehr als durchschnittlich drei Euro.
Im Volksmund wird die fast 4 km lange Hauptwasserstraße „Canalazzo“ genannt. Die Palazzi beiderseits dieses S-förmig gewundenen Kanals sind Ausdruck des einstigen Reichtums venezianischer Kaufleute.

Auch heute ist Venedig lebendiges Symbol der Kulturgeschichte, insbesondere in der Pop-Kultur: James Bond, Indiana Jones, Spider-Man kämpften, Polanski, Belmondo, und unzählige andere drehten hier. Nicht zu vergessen: Thomas Manns berühmte Novelle „der Tod in Venedig“, die hier und am Lido angesiedelt ist.
Der Dichter erkannte die krankhafte Traurigkeit, Venedigs. die schweigende Lagune, der Todesengel im Kanal. Der flüchtige Besucher ahnt im materiellen Tempo des Tourismusbetriebes nichts von alledem.

Die Campanile die San Marco im historischen Zentrum der Lagunenstadt, überragt alles. die Campanile bildet gemeinsam mit mit den Marcus Löwen das Wahrzeichen der historischen Republik Veneto.

Die lange Insel dort hinten ist die Guidecca . Dort lebte einst Ulrich Tukur. Manchmal soll er hier rübergekommen sein, nur um sich am Andenkenläden einen Strohhut zu kaufen.
Woody Allen hat natürlich auch in Venedig gedreht.

Venedig in der Kunst: Es gibt wohl kaum irgendeine Kunsthalle auf der Welt, in der nicht irgendeine Ansicht von Venedig hängt. Und wohl keine Ecke, in der nicht irgendetwas aus oder über Venedig steckt.

Am Markusplatz dann antike Spuren: Die Pferde von San Marco schmückten einst, so Experten, vermutlich einen Triumphbogen im alten Rom. Die originalen Pferde, am Markusplatz stehen Kopien, befinden sich in einem Museum und kamen als Kriegsbeute von Kreuzfahrern nach Venedig.

In den schmalen Gassen Venedigs wimmelt es nur von Touristen, und das eigentlich das ganze Jahr über. Die Venezianer selbst gehen in diesem Gewusel gnadenlos unter, was sie aber nicht weiter stört. Die meisten verdienen gutes Geld am großen Geschäft Tourismus.