Nach dem Krieg tauchte der Spion mit seiner Frau in Spanien unter, wurde dann aber 1946 nach Deutschland abgeschoben. In Bayern nahmen ihn amerikanische Militärnachrichtendienstler in Empfang und verhörten ihn. Soweit man seine Angaben überprüfen konnte, war man verblüfft und beeindruckt. „Ostro“ wurde von den Amerikanern als „erfolgreichster und potentiell gefährlichster Kriegsagent“ eingestuft. Es liegt nahe, dass sich die amerikanischen Dienste die Kenntnisse und Kontakte Fidrmucs sichern wollten. Inwieweit sich dieser darauf einliess, ist unklar. Ein Auslieferungsgesuchen der Tschechei wurde jedenfalls abgelehnt, das gefangene Ehepaar kam bereits nach wenigen Monaten wieder frei.
Ob seine Frau sich in den folgenden Jahren schliesslich von ihm trennte oder starb, ist unklar. Fest steht jedoch, das Paul Fidrmuc Anfang der 1950er Jahre wieder in Barcelona gesehen wurde. Er scheute keinesfalls die Öffentlichkeit, machte durch Agenten- und Kriminalromane auf sich aufmerksam und arbeitete auch wieder als Journalist, unter anderem für den Hamburger Spiegel. Mitglied der NSDAP waren mittlerweile immer noch sehr viele, damals hätte er die ganze Sache eigentlich auch gar nicht so richtig ernst genommen.
Paul Georg Fidrmuc, der für Graham Green reales Vorbild seines Agenten James Wormold aus der Erwählung „Unser Mann in Havanna“ war, starb 1958 in Barcelona an den Folgen einer Krebserkrankung.
2022-11-03