Der alte Lübecker Hafen blieb in seinen letzten Spuren höchstens auf der nördlichen Wallhalbinsel erhalten.

Das Pflaster an den Kais, das von den Schienenfragmenten der längst vergessenen Hafenbahn geteilt wird, ist rau und voller Spuren einst täglicher, heute vergessener harter Arbeit.
Bis heute liegengebliebener Dreck knirscht unter dem Schuhwerk, beim Spaziergehen in der Abenddämmerung über der Stadt, um herunterzukommen.

Unter uralten Stahlkränen, die nur noch als Kulturdenkmale vor sich hin rosten. Modernisierte Schuppen und Dockgebäude, in denen Rechtsanwälte ihre geharnischten Schriftstücke verfassen.
Anderes verfällt, bis es abgeräumt wird. Jachten und eine Hansekogge vorm lichtverschmutzten Altstadtrand, drüben.
Und vorne, im Hafenkontor an der sich drehenden Brücke trifft sich die Marinekameradschaft.
Wegen der alten Zeiten.



Anthologie von 12 Essays zu Lübecker Seelenorte in der Anthologie

TOPOGRAPHY DER SEELE


WATERKANTJE – das Video von VOL714 zum Text

von der LP TOPOGRAPHYS

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