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zwischen Freilichtmuseum und Lost Place

Auf dem Weg von Valencia nach Barcelona findet sich ein Lost Places historischer Art. Zwischen Landwirtschaft und Wildnis wurden Relikte eines vergessenen Feldflugplatz aus dem spanischen Bürgerkrieg zu einer Art Freilichtmuseum und vielleicht war dies hier genau jener Ort, den der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway 1937 während seiner Reise an die republikanische Front besuchte. Der Feldflugplatz wurde gerade gebaut und es war einem anderen Schriftsteller, nämlich dem Franzosen Andre Malraux zu verdanken, dass die Republikaner im Kampf gegen Franco überhaupt über eine eigene Luftwaffe verfügten. Bereits im Juni 1936, gleich zu Beginn des Bürgerkriegs, organisierte Malraux die Flugzeugstaffel Espana.

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Der Ort des Platzes war gut gewählt, die umliegenden Bergketten schützen vor Winden und die abseitige Lage machte es der feindlichen Luftaufklärung schwer. Bis zum Juni 1938 konnte der Flugbetrieb aufrechterhalten werden, erreichten Francos Truppen die nahe Stadt Vilafamés. Nun begann ein anderes Kapitel. Schon am 14. Juni wurde der Flugplatz der deutschen Legion Condor zugewiesen. Auf den Platz zogen Soldaten und Piloten des 1. und 2. Staffel der Jagdgruppe 88 der deutschen Luftwaffe, die zuvor an anderen Orten stationiert waren. Inoffiziell und im Dienst Francos. Der hatte nämlich seinen Freund Hitler um militärische Hilfe gebeten. Und so zogen hunderte Freiwilige als zivile Urlauber getarnt auf die iberische Halbinsel. Für die Militärs ein ideales Manövergebiet, für die Republik der Untergang. Im Juli aber verschwanden die Deutschen dort aber wieder, mit Beginn der Schlacht am Ebro wurde die Jagdgruppe erneut verlegt. Der Flugplatz wurde aufgegeben.
Seit 2017 gab es dann Überlegungen, vorhandene Spuren und Relikte zu untersuchen, dabei entstand dann dieses Freiluftareal. Zu den erhaltenen Überresten gehören mehrere begehbare Splitterschutzgräben, eine Pantry, Reste des Fernmeldeturmm, der Luftschutzkeller des Generalstabs, weitere Unterstände sowie ein Pulvermagazin. Der gesamte Komplex ist ziemlich verlassen, bietet aber Informationstafeln in mehreren Sprachen und verfügt über einen kleinen Parkplatz.