Der deutsche Journalist und Spion Paul Georg Fidrmuc lebte und arbeitete in Lübeck. Direkt am Stadtpark bewohnte er eine überschaubare, dennoch mittelständische Wohnung, arbeitete als Fachmann für den Metallexport bei einer Lübecker Handelsfirma und begeisterter Ruderer im Lübecker Ruderklub. Nebenbei betätigte er sich als Fachjournalist für englische und amerikanische Zeitschriften der Schwerindustrie. Angekommen in den Jahren des Friedens, nach den Jahren des Krieges.
Fidrmuc wurde 1898 während der K.u.K.Monarchie in Lindenberg, heute Břeclav in der südmährischen Tschechei nahe der Grenze zu Niederösterreich, geboren und aufgewachsen. Bescheiden wohlhabend und privilegiert, sein Vater verdiente am wirtschaftlichen Aufschwung der Kaiserzeit. Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs gehörte Fidrmuc noch nicht zur Generation der begeisterten Kriegsfreiwilligen, meldete sich dann aber noch vor Vollendung seiner Volljährigkeit als Reserveoffiziersanwärter der österreichischen Armee. Nach den ersten Kämpfen geriet er schon in einen Hinterhalt und in italienische Kriegsgefangenschaft. In einer nächtlichen kühnen wie waghalsigen Aktion unternahm er die Flucht aus dem Kriegsgefangenenlager und erreichte sein Elternhaus.